Jubiläum

Pressebericht Streiflichter 04.05.2011

120 Jahre Homann in Dülmen wird gefeiert

Jubiläumsrabatte in Dülmen und in Coesfeld. Neuer Internetauftritt. Bewegte Unternehmensgeschichte

 

Dülmen. Homann, Küche, Tisch und Schönes in der Borkener Straße 10/12 ist eine Institution in Dülmen – und das inzwischen seit 120 Jahren. Das wird ab morgen gefeiert – auch bei dem Coesfelder Geschäft „schenken und kochen“ in der Kupferstraße 11. „Ab jetzt gilt bis zum 11. Juni auf unser ganzes Sortiment ein Jubiläumsrabatt von 20 Prozent“, erklärt Geschäftsinhaber Bernd Homann. „Und für bestimmte Sortimentsbereiche wie Geschirr, Töpfe und Besteck, womit unser Geschäft einst begonnen hat, liegen die Rabattumfänge bis zu 70 Prozent.“ Da von umfangreichen Jubiläumsverkäufen auszugehen ist, hat sich das Fachgeschäft in Dülmen und Coesfeld gut mit Ware eingedeckt.

 

Start mit Porzellan und Haushaltswaren

Angefangen hat alles vor 120 Jahren in Dülmen am jetzigen Standort. Bernard und Elisabeth Homann gründeten in der Neustraße 12 – damals trug die Borkener Straße noch diesen Namen – ein Geschäft für Porzellan und Haushaltswaren. Daneben war ein weiterer Bereich dort anzutreffen: die Fotografie. „Bernard Homann war damals einer der ersten Fotografen hier in Dülmen“, so sein Urenkel Bernd Homann.

 

1932 erstes Geschäft mit halbrunden Fenstern

1932 gab es dann einen Generationswechsel: Franz und Martha Homann geborene Korf stiegen in das Geschäft ein und renovierten das 120 Quadratmeter große Ladenlokal – auf seinerzeit ganz moderne Art: „Wir hatten damals die erste Schaufensterfront in der Region mit halbrunden Fenstern“, so Bernd Homann.

 

Familie überlebte Bomben in der Bauerschaft Börnste.

Lange freilich sollte die Familie die renovierten Räume nicht nutzen können. Denn mit der überwiegenden Zerstörung Dülmens Ende des Zweiten Weltkriegs wurde auch das Homannsche Anwesen ein Opfer der Bomben. „Zum Glück war die ganze fünfköpfige Familie zum Zeitpunkt der Bombardierung im Schutz der Bauerschaft Börnste. Meine Oma und mein Opa und ihre drei Kinder – zwei Töchter und mein Vater Bernard, der das Geschäft später übernahm – überlebten also den Bombenangriff“, berichtet Bernd Homann.

 

Behelfsheim aus Schutt errichtet

Aus dem Schutt baute die Familie auf dem Grundstück ein Behelfsheim mit einem Wohnraum für die Familie und einem 25 Quadratmeter großen Verkaufsraum, der nur mit einem Vorhang vom Wohnbereich getrennt war.

 

Materialeinkauf mit Schnaps als Währung

Bei diesem Neuanfang half Improvisationstalent: „Aus einer Kaffeemaschine, die in den Trümmern gefunden worden war, wurde eine Brennanlage gebaut, mit dem Schnaps gebrannt wurde. Mit diesem Selbstgebrannten und mit Eiern und Speck ging‘s ins Ruhrgebiet, wo damit Ware für das Geschäft organisiert wurde“, so Bernd Homann. „Gut verkaufen ließen sich damals im Ruhgebiet hergestellte emaillierte Seiher – Stahlhelme der Wehrmacht, die etliche Bohrungen bekamen.“

 

Währungsreform sorgte für Aufschwung

Mit der Währungsreform startete auch an der Borkener Straße der Aufschwung. „1950 wurde hier ein neuer Laden mit 120 Quadratmeter großer Verkaufsfläche gebaut – im Behelfsheim wurde weiterhin gelebt. Als dann 1952/1953 genug Geld da war, wurde der Verkaufsraum um zwei Stockwerke inklusive Spitzdach aufgestockt.“

 

Das Grundstück des Nachbarhauses kam hinzu

Schon zwei Jahre später, 1955, konnte die Familie den Standort vergrößern. Zum einen wurde in der Münsterstraße eine Filiale eröffnet, die bis 1965 betrieben wurde „Und es bot sich die Möglichkeit, hier an der Borkener Straße das Nachbargrundstück zu erwerben, auf dem das Sterbehaus von Anna Katharina Emmerick stand“, blickt Bernd Homann in die Geschichte des Unternehmens; „das Geschäft hier wurde dann 1962/1963 auf 450 Quadratmeter vergrößert.“1962 trat Bernard „Benze“ Homann dann in das Geschäft ein, 1967 heiratete er Mechthild Schwack. Beide entwickelten das Fachgeschäft, in dem Porzellan die Hauptrolle spielte. „In

den 70er und 80er Jahren gab es bei uns viele Ausstellungen und Vernissagen mit Künstlern der Rosenthal-Studio-Linie, die eine absolute In-Marke war. Künstler wie Otmar Alt, Michael Böhm und Björn Wimblad aus Dänemark waren hier und zeigten ihre Beiträge zum Thema ,Originale unserer Zeit‘, und auch Salvador Dalí – er war allerdings nicht in Dülmen – war unter den Künstlern“, so Bernd Homann.

 

Haushaltswarenabteilung wurde Gourmetshop

1989 erfolgte der Umbau der Haushaltswarenabteilung in einen modernen Gourmetshop, 1990 – pünktlich vor dem 100-jährigen Jubiläum 1991 – die Renovierung der ersten Etage, wo im Anschluss das Thema „Schöner wohnen – der gedeckte Tisch“ anzutreffen war und ist. 1994 bis 2000 gab es dann den Geschenkeladen „Domino“ in der Overberg-Passage.

 

Coesfelder Geschäft wurde 1994 neu eröffnet

Ebenfalls 1994 neu eröffnet wurde in Coesfeld in der Kupferstraße auf 160 Quadratmetern Verkaufsfläche der Standort „Homann Schenken und Kochen“, der nach 14 Jahren, 2008, um weitere 160 Quadratmeter auf die dann doppelte Größe erweitert wurde.„In Dülmen haben wir in der Borkener Straße 1998 die erste Kundenkarte im Dülmener Einzelhandel eingeführt und das Geschäft von Porzellan Homann in Homann Küche Tisch und Schönes umgeändert“, erläutert Bernd Homann. Zwei Jahre später, 2000, verstirbt Mechthild Homann, und Bernard Homann überträgt das Geschäft auf seinen Sohn Bernd.

 

4500 Teilnehmende bei Koch- und Backkursen

Im selben Jahr startet der Homann Koch-und Backclub, der bis dato 20 bis 30 Kochkurse im Halbjahr anbietet – zumeist samstags. „Eine Erfolgsgeschichte“, wie Bernd Homann sagt: „Seit 2000 haben wir rund 4500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt.“ 2001/ 2002 erfolgte dann eine Umgestaltung und Renovierung des Ladens und des Wohnhauses und ebenfalls auch der Abriss des nach dem Krieg errichteten Behelfsheims, so dass der hauseigene Parkplatz erweitert werden konnte.

 

Seit 2006 Miele- Schulungsstandort

„Und 2006 haben wir eine neue Küche eingebaut mit Miele-Geräten“, kommt Bernd Homann auf die jüngere Vergangenheit zu sprechen. „Seitdem führt die Firma Miele bei uns in Dülmen in Kooperation mit uns Schulungen an ihren Geräten durch. Damit ist Dülmen neben dem Miele-Stammsitz Gütersloh und neben Bochum der einzige Miele-Schulungs-Standort in Deutschland.“Neben den vielen Standards, die ein Haushaltswarengeschäft nicht zuletzt als Nahversorger führt, ist das Haus Homann auch auf verschiedenen anderen Gebieten in Dülmen und Coesfeld ein kompetenter Fachmann, vor allem in Sachen Espresso- beziehungsweise Kaffeevollautomaten, Weber-Grills, schöner, hochwertiger Geschenkartikel, Outdoor-Living und Heimtextilien.„Unser größtes Pfund ist unser Team, das sehr beständig und ohne große Fluktuation am Ball ist“, blickt Bernd Homann auf eine gut geschulte Mannschaft – und hat auch ein Auge auf zusätzliche Vertriebswege. „Mit unserem Jubiläum geht auch unsere neue Homepage www.schenken-kochen-wohnen.de online. Mit dieser Seite werden wir nun den Verkauf über das Internet starten“, so Bernd Homann.
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